You better work, Bitch!
Ein Triptychon

Arbeiten, um zu leben oder leben, um zu arbeiten? You better work, Bitch! Ein Triptychon nimmt eine der großen Fragen unserer Gegenwart ins Visier: Was macht Arbeit mit uns und was machen wir aus ihr?

Das Projekt der bühne1 entsteht in Kooperation mit dem Theater Trier und der Universität der Künste Berlin. Drei Autorinnen, drei Regiehandschriften, drei eigenständige Kurzinszenierungen treffen in einem Theaterabend aufeinander und treten in einen künstlerischen Dialog. Die eigens für diese Produktion entstandenen Kurzstücke entwerfen unterschiedliche Bilder einer Gesellschaft in Arbeit. So entsteht ein theatrales Triptychon, in der die unterschiedlichen Welten ineinandergreifen: ein Abend zwischen Sehnsucht und Komik, Überforderung und Aufbruch.

Arbeit ist längst mehr als Broterwerb. Sie verspricht Anerkennung, stiftet Identität und prägt unseren Selbstwert. Zugleich haben die neoliberalen Imperative von Wachstum, Selbstoptimierung und permanenter Verfügbarkeit die Grenzen des Berufslebens überschritten: Auch Körper, Beziehungen und Freizeit werden zum Projekt. Wir sollen produktiver, erfolgreicher, effizienter werden und dabei noch möglichst glücklich sein.

ICH ARBEITE. ALSO BIN ICH nimmt das moderne Leistungssubjekt in den Blick: den Menschen zwischen Funktionieren und Erschöpfung, Selbstverwirklichung und Selbstausbeutung, Konkurrenz und der Sehnsucht nach Gemeinschaft. Was geschieht, wenn wir uns selbst wie Unternehmen führen? Wenn Erfolg zum personal record, Scheitern zum individuellen Versagen wird? Und wer sind wir, wenn wir nichts leisten?

Die Inszenierung sucht nach den komischen, absurden und schmerzhaften Momenten einer Gesellschaft, in der jede*r für sich selbst verantwortlich scheint – und gerade darin zunehmend allein bleibt. Sie fragt nach den Mechanismen der Vereinzelung und nach der Möglichkeit einer Gegenbewegung: nach Solidarität, gemeinsamem Innehalten und einem anderen, besseren Miteinander.

Text: Katharina Hille / Inszenierung: Mihails Gubenko

Nils Holgersson ist 27 und fliegt nirgendwohin. Er liegt in seinem Kinderzimmer, kifft, zockt und wartet darauf, dass das Leben auf wundersame Weise einfacher wird. Mit dem Arbeitsmarkt verbindet Nils vor allem das Jobcenter. Dabei hangelt er sich von einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur nächsten. Viel mehr ist von seinem Leben nicht übrig geblieben.
Sandra, seine Schwester, hat währenddessen ein Leben zu stemmen. Sie arbeitet, bezahlt Rechnungen, organisiert und versucht, ihren Bruder irgendwie wieder in die Welt zu schieben. Nils findet, die Welt ist eh am Arsch.
Doch dann ändert sich etwas. Am Tag 9.876 in Nils’ Leben steht plötzlich ein Paket vor seiner Tür. Darin: Poppy. Poppy kennt Herr der Ringe, findet Hobbits kawaii, will an Nils riechen, behauptet, sie baue die fettesten Tüten, und ist ziemlich überzeugt davon, dass in ihm noch etwas zu retten ist. Plötzlich wird geduscht, das Zimmer gelüftet und von Japan gesprochen. Von Miyazu und einer Sandbank, die aussieht wie ein Drache, der in den Himmel steigt. Vielleicht könnte dieses Leben doch noch irgendwohin führen.

AKKAS LETZTER FLUG nimmt Selma Lagerlöfs Nils Holgersson mit in eine Gegenwart, in der das Fliegen schwer geworden ist. Zwischen Jobcenter, Mittelerde und Geschwisterliebe erzählt das Stück von einer Generation, die in ihren Zimmern verschwindet, von Systemen, in denen Menschen schnell als Fall oder Verweigerer enden, und von denen, die irgendwann aus dem Blick geraten, weil sie nicht mehr funktionieren, wie sie sollen. Es geht um Rückzug und Überforderung, um die seltsamen Orte, an denen man sich trotzdem noch verstanden fühlen kann, und um die Frage: Wer ist eigentlich diese Poppy?

Text: Lara Fritz / Inszenierung: Lara Fritz

In einer Cloud, beauftragt von einem Internet-Aufräumprogramm, sortieren Maja und Nemo Tag für Tag Datenmüll: Was gehört ins Archiv, was in den digitalen Papierkorb? Während die beiden entscheiden, zieht der Staubsaugroboter Salz unermüdlich durch das Labyrinth aus Gängen, Dateien und Ordnerstrukturen. Alle drei arbeiten routiniert, vertragsgemäß, im Glauben an eine bessere Zeit, die noch kommt – an das Versprechen des Ruhestands. Arbeitszeit ist alle Zeit, bis die Arbeit alle ist. Doch was, wenn dieser Ruhestand längst nicht mehr einzulösen ist, weil in der analogen Welt niemand mehr da ist, der die Erträge dieser Arbeit erntet?

LIQUIDAT erzählt von einer Zukunft, die bereits vergangen ist, ohne dass es jemand bemerkt hat. Von einer Zivilisation, die sich zu immer neuen neuen Höhen der Effizienz bewegt, mit immer schnellere Informationsflüssen und niemals endenden To-Do-Listen. Doch am Ende bleibt die Frage: Was ist von uns und der Welt übrig, wenn alle Arbeit endet – die Sehnsucht aber bleibt?  Das Stück fragt nach dem Sinn unserer Arbeit, wenn ihr eigentlicher Zweck verloren gegangen scheint und was es mit uns mit macht, sie dennoch stoisch weiter zu verrichten. Es erzählt von Wünschen, Träumen und Ängsten, die überall dort entstehen, wo Menschen täglich arbeiten.

Text: Johanna Sausen / Inszenierung: Sarah Riefer

TERMINE

PREMIERE
Samstag, 31.10.2026

Weitere Termine:
Dienstag, 03.11.26
Donnerstag, 05.11.26
Samstag, 07.11.26
Dienstag, 10.11.26
Donnerstag, 12.11.26
Dienstag, 17.11.26
Donnerstag, 19.11.26
Samstag, 21.11.26

Einlass 19 Uhr
Beginn 19.30 Uhr

TICKETS

Ticket Regional

ORT

Europäische Kunstakademie
Aachener Straße 63
54294 Trier 

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